Über mich
Ich bin Fabian Frieling, 35, lebe in Basel und habe 2021 selbst die Diagnose Multiple Sklerose erhalten.

Lerne mich kennen
In wenigen Minuten erzähle ich dir, wer hinter MS Kompass steht – und warum.
Meine Geschichte
Sport war schon immer ein fester Bestandteil meines Lebens. Über 25 Jahre Fussball, Krafttraining und viele weitere Sportarten gehörten zu meinem Alltag. Ich war belastbar, voller Energie und machte mir kaum Gedanken über meinen Körper. Er funktionierte einfach. Bewegung war für mich nicht nur Ausgleich, sondern ein Stück Lebensqualität und ein wichtiger Teil meines Lebens.
Gleichzeitig war ich innerlich schon vor meiner Diagnose auf der Suche. Ich hatte meinen sicheren Beruf bei der Bundespolizei verlassen, weil ich herausfinden wollte, wer ich wirklich bin, wohin mein Weg führen soll und was mich langfristig erfüllt. Statt sofort Antworten zu finden, begegneten mir zunächst Unsicherheit, Leere und viele offene Fragen. Rückblickend glaube ich, dass diese Zeit mich auf vieles vorbereitet hat, was noch kommen sollte.

Im September 2021 änderte sich mein Leben innerhalb weniger Minuten. Die Diagnose lautete: Multiple Sklerose. Von einem Moment auf den anderen war nichts mehr selbstverständlich.
Ich lag zehn Tage im Krankenhaus. Plötzlich bestimmten Untersuchungen, MRTs, Medikamente und unzählige Fragen meinen Alltag. Mein Körper fühlte sich fremd an.
Ich hatte Kribbeln und Taubheitsgefühle, Blasen- und Darmprobleme, starke Erschöpfung und viele weitere Symptome. Vor allem verlor ich etwas, das ich vorher nie bewusst wahrgenommen hatte: das Vertrauen in meinen eigenen Körper.
Plötzlich war vieles nicht mehr selbstverständlich:
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Man sucht Antworten und findet immer neue Fragen. Man möchte funktionieren, obwohl innerlich alles durcheinander ist. Und man fragt sich, wie das eigene Leben jetzt weitergehen soll.
Ich kenne dieses Gefühl
Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn der eigene Körper plötzlich nicht mehr so funktioniert wie früher.
Ich weiss, wie es ist, nachts wach zu liegen und sich unzählige Gedanken über die Zukunft zu machen.
Ich weiss, wie es ist, wenn man Antworten sucht aber immer mehr Fragen findet.
Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn sich plötzlich alles nur noch um die MS dreht und man sich selbst dabei immer mehr verliert.
Der Wendepunkt
Nicht, weil ich glaubte, MS besiegen zu können. Sondern weil ich wissen wollte, welchen Einfluss ich selbst auf meinen Alltag, meine Lebensqualität und mein Wohlbefinden haben kann.
Was beeinflusst meinen Körper? Welche Rolle spielt Stress? Wie wirkt mein Nervensystem auf meinen Alltag? Welche Bedeutung haben Ernährung, Bewegung, Schlaf und mentale Gesundheit? Was hilft mir wirklich – und was mache ich nur aus Angst?
Es war kein geradliniger Weg. Es gab Rückschläge, Zweifel, Unsicherheit und Tage, an denen ich dachte, nichts verändert sich. Aber Schritt für Schritt entstand etwas, das ich lange vermisst hatte: Vertrauen. Nicht über Nacht, sondern durch viele kleine Entscheidungen, Erfahrungen und Erkenntnisse, die bis heute meinen Weg prägen.
Ich versuchte nicht, mein Leben perfekt zu machen. Ich begann, jeden einzelnen Bereich Schritt für Schritt zu verändern – und beschäftigte mich intensiv mit den Themen, die meinen Alltag am stärksten beeinflussen:
Mit der Zeit verstand ich, wie eng all diese Bereiche miteinander verbunden sind. Ich erkannte, wie stark Stress meinen Körper beeinflussen kann – und lernte, früher wahrzunehmen, wann mein Körper Ruhe braucht.
Atemübungen, Meditation, Bewegung, Zeit in der Natur, guter Schlaf und feste Routinen wurden nach und nach feste Bestandteile meines Alltags, die mir helfen, mich besser wahrzunehmen, früher Grenzen zu erkennen und bewusster mit meiner Energie umzugehen.

Hintergrund
Viele Erfahrungen haben meinen Blick auf Gesundheit, Menschen und das Leben geprägt.
Über 25 Jahre – Disziplin, Körpergefühl und Durchhaltevermögen.
Struktur, Verantwortung und der Umgang mit Belastung und Stress.
Wie viel im eigenen Körper und Geist sichtbar wird, wenn man wirklich still wird.
Tieferes Verständnis für Bewegung, Atmung und Körperwahrnehmung.
Nicht nur Symptome betrachten, sondern den Menschen dahinter.
Über all die Jahre habe ich vieles gelesen, ausprobiert, hinterfragt und wieder verworfen. Ich habe nie etwas übernommen, nur weil es jemand empfohlen hat – ich habe nur das behalten, was sich für mich langfristig bewährt hat.
„Veränderung entsteht nicht durch Druck. Sondern durch Klarheit, Verständnis und kleine Schritte, die man wirklich gehen kann."
Heute bin ich nicht geheilt. Ich habe nicht auf alles eine Antwort. Und ich würde niemals behaupten, dass mein Weg für jeden Menschen mit MS der richtige ist.
Ich lebe heute bewusster, ruhiger und stabiler als damals. Mein Körper fühlt sich wieder verlässlicher an und ich habe wieder Vertrauen in mich selbst gewonnen. Ich erkenne heute viel früher, was mir Energie gibt, was mich belastet und wann ich einen Gang zurückschalten sollte.

Heute trainiere ich wieder regelmässig und laufe sogar Marathons und Trailruns. Ich arbeite, verfolge neue Ziele und gestalte mein Leben wieder nach meinen Vorstellungen. Vieles, wovor ich nach meiner Diagnose Angst hatte, ist nie eingetreten.
Mein Leben ist nicht perfekt. Trotzdem weiss ich heute: Es ist deutlich mehr möglich, als ich direkt nach meiner Diagnose jemals für möglich gehalten hätte.
Es geht nicht darum, alles zu kontrollieren. Es geht darum, wieder eine Beziehung zum eigenen Körper aufzubauen.
Der Hintergrund
MS Kompass ist aus genau diesem Weg entstanden. Ich weiss, wie schwer es sein kann mit MS Orientierung zu finden.
Es gibt viele Informationen. Viele Meinungen. Viele Empfehlungen. Viele Versprechen. Und manchmal wird man durch all das nicht klarer, sondern noch unsicherer.
MS Kompass soll diese Lücke schliessen: für Menschen mit MS, die nicht noch mehr einzelne Tipps brauchen, sondern einen ruhigen, strukturierten Weg durch die wichtigsten Einflussbereiche im Alltag. Dazu gehören:
MS Kompass ist nicht aus Theorie entstanden. Sondern aus einem persönlichen Weg, aus vielen Fragen, aus Erfahrung und aus dem Wunsch, anderen Menschen mehr Orientierung zu geben.
Ehrlich gesagt
MS ist individuell. Deshalb braucht es keinen perfekten Plan für alle, sondern einen bewussteren Umgang mit dir selbst, deinem Körper und deinem Alltag.
Mein Wunsch für dich
Ich möchte, dass du dich weniger verloren fühlst. Dass du besser verstehst, was in deinem Körper passiert. Und dass du erkennst, welche Stellschrauben du im Alltag bewusst beeinflussen kannst – ohne dich unter Druck zu setzen.
Du musst nicht alles sofort lösen. Du darfst Schritt für Schritt gehen: in deinem Tempo, mit mehr Klarheit und mehr Vertrauen in dich selbst – ohne den Anspruch, alles perfekt machen zu müssen. Wenn du möchtest, begleite ich dich ein Stück auf diesem Weg.